Glaube wenig, hinterfrage alles, denke selbst von Albrecht Müller
Weinleseempfehlung vom 03.03.2023
Demokratie klingt schön. Tatsächlich wird sie täglich ausgehöhlt. Wir alle werden ständig bedrängt zu denken, was andere uns vorsagen. Die meisten politischen Entscheidungen werden unter dem Einfluss massiver Propaganda getroffen - von der Agenda 2010 bis zu den neuen Kriegen. Dieses Buch hilft, sich aus dem Gestrüpp der Manipulationen zu befreien. Albrecht Müller beschreibt gängige Methoden der Manipulation sowie Fälle gelungener oder versuchter Meinungsmache und analysiert die dahintersteckenden Strategien. Es ist an der Zeit, skeptischer zu werden, nur noch wenig zu glauben und alles zu hinterfragen. Es ist Zeit, wieder selbst zu denken.
Zwischen Welten von Juli Zeh und Simon Urban
Weinleseempfehlung vom 03.03.2023
»Ein großer Gesellschaftsroman. Passt perfekt in unsere Zeit.« Christhard Läpple, ZDF Heute Journal
Zwanzig Jahre sind vergangen: Als sich Stefan und Theresa zufällig in Hamburg über den Weg laufen, endet ihr erstes Wiedersehen in einem Desaster. Zu Studienzeiten waren sie wie eine Familie füreinander, heute sind kaum noch Gemeinsamkeiten übrig.
Die beiden beschließen, noch einmal von vorne anzufangen, sich per E-Mail und WhatsApp gegenseitig aus ihren Welten zu erzählen. Doch während sie einander näherkommen, geraten sie immer wieder in einen hitzigen Schlagabtausch um polarisierende Fragen wie Klimapolitik, Gendersprache und Rassismusvorwürfe. Ist heute wirklich jeder und jede gezwungen, eine Seite zu wählen? Oder gibt es noch Gemeinsamkeiten zwischen den Welten? Und können Freundschaft und Liebe die Kluft überbrücken?
Dieser Mensch war ich von Christiane zu Salm
Weinleseempfehlung vom 03.03.2023
Wir wissen, wie große Philosophen, Dichter und Denker starben. Sie haben der Nachwelt oft detailliert hinterlassen, was sie empfanden, was sie bewegte in ihren letzten Stunden. Aber was denkt die Verkäuferin im Supermarkt, was der Kfz-Mechaniker, was die Gemeinde-Mitarbeiterin von nebenan? Wie betrachten ganz normale Menschen ihr Leben im Rückblick, wenn sie wissen, dass ihnen nicht mehr viel Zeit bleibt? Die ehrenamtliche Sterbebegleiterin Christiane zu Salm hat sie gefragt und die daraus entstandenen persönlichen Nachrufe in diesem Buch gesammelt. Dabei herausgekommen ist ein Zeugnis von ergreifender Echtheit: kein Buch über das Sterben, sondern über das Leben.
Frauen in der Buchhandlung von Nina George
Weinleseempfehlung vom 03.03.2023
»Ich will einen Buchladen, der mir ein Zuhause ist, in dem ich mich sicher fühle, und gleichzeitig immer sicher sein kann, dass er mich überrascht. Ich will einen Ort, der Herzensheimat ist. In dem es nicht um die Ware geht, sondern um das Wahre. Ich will mir bewusst sein, dass das, was wir beide lieben - Bücher! - uns zusammenführt.« Nina George
Gebote von Bettina Wegner
Weinleseempfehlung vom 03.03.2023
"Aufrecht stehn - wenn andre sitzen" lautet das erste der "Zehn Gebote für mein Leben", die die Liedermacherin Bettina Wegner 1980 in ihrem Song GEBOTE aufstellte. Vierzig Jahre später klingt der Grundsatz wie eine Charakterisierung der Künstlerpersönlichkeit Bettina Wegner selbst. Das Werk der Berlinerin ist gleichzeitig Spiegel der deutsch-deutschen Geschichte wie Inbegriff einer unerschütterlich humanistischen Haltung. Davon zeugen die 56 Lieder und Gedichte aus 40 Jahren, die Bettina Wegner anlässlich des Films BETTINA von Lutz Pehnert für diesen Band zusammengestellt hat. Mal poetisch, mal drastisch, aber immer konkret und persönlich erzählen sie von Aufruhr und Widerstand, Frust und Freiheit, Leben und Tod. Die GEBOTE der Bettina Wegner sprechen eine kluge, eine aufrechte Sprache. Die Welt braucht sie heute mehr denn je.
Das Damengambit von Walter Tevis
Weinleseempfehlung vom 03.03.2023
Mit acht entdeckt Beth Harmon im Waisenhaus zwei Möglichkeiten, der harten Realität zu entfliehen: die grünen Beruhigungspillen, die den Kindern täglich verabreicht werden. Und Schach. Das Mädchen ist ein Ausnahmetalent und gewinnt Turnier um Turnier, mit 16 spielt sie gegen lauter erwachsene Männer um die US-Meisterschaft. Ihr Weg führt steil nach oben, doch bei jedem Schritt droht der Abgrund von Sucht und Selbstzerstörung. Denn für Beth steht viel mehr auf dem Spiel als Sieg und Niederlage.
Einübung ins Schweben von Dzevad Karahasan
Peter Hurd, Altphilologe und Mythenforscher, kommt zu einer Lesung nach Sarajevo – wenige Tage vor Beginn des Krieges. Als sein Übersetzer und Bewunderer Rajko ihn am Busbahnhof wieder verabschieden will, fasst Peter spontan den Entschluss zu bleiben: die Chance, mitzuerleben, wie Menschen sich in Extremsituationen verhalten, will er sich nicht entgehen lassen. Mit Rajko teilt er den Alltag, er begleitet ihn durch die unter Granatenbeschuss liegenden Nachbarschaft, lernt Freunde und Verwandte kennen, auch Sanja, in die er sich verliebt. Eines Tages macht er sich allein auf den Weg und kehrt zurück, kaum wiederzuerkennen.
Der Autor beschreibt in einer wunderbaren klaren Sprache das "normale" Leben im besetztes Sarajevo und geht der Frage nach, wie frei der Mensch sein kann, wenn die Normalität nicht mehr normal ist.
Zu zweit von Simon Strauß
Ein Mann, ein Teppichhändler, wacht morgens vom kratzenden Geräusch an seiner Tür auf und denkt, es wären die Katzen, und als er endlich die Tür öffnet, entdeckt er, dass es ein Gewöll ist, was an seiner Tür schleift und dass er von Wasser umgeben ist. Er geht auf die Straße und findet alles überflutet vor; kein Mensch ist da, nur die Dinge. Denen versucht er die Aufmerksamkeit zu geben, die sie sonst nicht bekommen. Als er in den Fluss springt, in dem halbuntergegangene Zootiere treiben, landet er auf dem Boot einer Vertreterin für Teppiche, die kurz vor der Flutkatastrophe in seinen Laden hinein- und wieder hinausschneite. Seither grämte er sich über die verpasste Gelegenheit, sie kennenzulernen.
Eine feine, kleine, kafkaeske Novelle!
Die wundersame Reise des kleinen Kröterichs von Miriam Pressler
„Man muss herumkommen in dieser Welt“. Mit diesen Worten lockt
der Grashüpfer seinen Freund Klein Kröterich, genannt Klein K. in ein spannendes Abenteuer.
Eigentlich lebt Klein K. glücklich mit seinen Eltern an einem See. Für ihn gibt es nichts Schöneres als unter der Schwarzdornhecke zu sitzen über das Wasser zu schauen und zu träumen.
Als Klein K. seinem Vater von seiner Sehnsucht nach dem See Irgendwo, hinter dem Nirgendwo erzählt tut er das als Blödsinn ab und verbietet seinem Sohn den Umgang mit diesem Grashüpfer.
„Lange Haare und eine Gitarre. Kein Vorbild für einen Jungen aus gutem Hause.“
Also begibt sich Klein K. heimlich und allein auf eine wundersame Reise, da sein Freund der Grashüpfer und auch sonst niemand ihn begleiten kann. Immer der Sonne folgen und nachts den Sternen. So soll er seinen Weg finden. Unterwegs begegnet er anderen Tieren, die es nicht immer gut mit ihm meinen. Er landet in der Stadt der Freudlosen und trifft auf eine Maus, einen Mistkäfer und einen Raben. Ein kleiner Kröterich auf der Suche nach dem Glück und am Ende hat er jede Menge gelernt.
Willkommen in Night Vale von Joseph Fink, Jeffrey Cranor
Jackie Fierro betreibt schon lange das örtliche Pfandhaus in Night Vale. Eines Tages verpfändet ein Fremder einen Zettel, auf dem in Bleistift die zwei Worte »King City« geschrieben stehen. Jackie hat sofort ein merkwürdiges Gefühl. Kaum ist er in Richtung Wüste verschwunden, erinnert sich niemand an ihn – aber Jackie kann das Papier nicht mehr aus der Hand legen. Zusammen mit der alleinerziehenden Mutter eines jugendlichen Gestaltwandlers geht Jackie daran, das Rätsel von »King City« zu lösen. Ihr Weg führt die beiden in die Bibliothek von Night Vale, die allerdings noch kaum jemand wieder lebend verlassen hat...
In diesem Buch vereint sich eine Masse an absurden und skurrilen Ideen zu einer stimmigen und unterhaltsamen Geschichte. Mysteriös, absurd und oft unsagbar komisch. Eine große Empfehlung für alle, die mal wirklich was anderes lesen wollen.